Was ist ein Nationalpark?

Nationalparke sind großflächige Naturräume, in denen sich die Natur weitgehend ungestört entwickeln kann. Sie sind aber auch Regionen für die Menschen. So sind sie Heimat, Lebens- und Wirtschaftsraum sowie Lehr- und Lernorte. Nationalparke haben große Bedeutung für den sanften Tourismus. Allein die beiden bestehenden Nationalparke Bayerns im Bayerischen Wald und in Berchtesgaden zählen im Jahr zusammen knapp 3 Millionen Besucher. Das bringt den beiden Regionen eine Netto-Wertschöpfung von über 68 Millionen Euro – Geld, das in den Regionen bleibt.

Der weltweit erste Nationalpark wurde 1872 in den USA gegründet: Der Yellowstone-Nationalpark. Der erste europäische Nationalpark entstand 1909 in Schweden. In Deutschland war der Nationalpark Bayerischer Wald der erste Nationalpark, seine Ausweisung erfolgte 1970. Der zweite deutsche Nationalpark entstand 1978 in Berchtesgaden. Für die Ausweisung eines Nationalparks gibt es gesetzlich festgelegte Kriterien. Nationalparke sind entsprechend § 24 des Bundesnaturschutzgesetzes und Art. 13 des Bayerischen Naturschutzgesetzes rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende Gebiete, die

Nationalparke sollen auch dem Naturerlebnis der Bevölkerung, der naturkundlichen Bildung und der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung dienen. Dazu wurden unter anderem im Nationalpark Berchtesgaden mit rund 19 Millionen Euro Investitionskosten des Freistaats das "Haus der Berge" errichtet, im Bayerischen Wald das "Hans-Eisenmann-Haus" sowie das "Haus zur Wildnis". Dafür hat der Freistaat rund 19 Millionen Euro investiert.

Nationalparke werden in verschiedene Zonen eingeteilt. In der Kern- bzw. Naturzone wird ein möglichst ungestörter Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik ermöglicht. Gemäß den internationalen Richtlinien der internationalen Naturschutzorganisation (IUCN) ist dies auf mindestens 75% der Fläche umzusetzen. Dieses Ziel kann über einen längeren Zeitraum sukzessive erreicht werden. Dazu wird eine Entwicklungszone festgelegt. In der Rand-bzw. Pflegezone können erforderliche Pflege- bzw. Managementmaßnahmen, wie Borkenkäfermanagement, waldbauliche Maßnahmen oder Beweidung dauerhaft durchgeführt werden. Landschaftlichen und sonstigen regionalen Besonderheiten (z.B. Nutzungsrechte) kann im Rahmen der Ausgestaltung der Verordnung Rechnung getragen werden. Nationalparke werden durch die Länder, in Bayern durch die Staatsregierung mit Zustimmung des Landtags ausgewiesen.