Bestehende Nationalparke in Bayern

In Bayern gibt es derzeit zwei Nationalparke. 1970 wurde hier der erste Nationalpark Deutschlands gegründet: der Nationalpark Bayerischer Wald. 1978 folgte Deutschlands einziger Alpen-Nationalpark in Berchtesgaden.

Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 feierlich eröffnet. Am 1. August 1997 wurde der Nationalpark um 11.000 Hektar Staatswald bis nach Bayerisch Eisenstein auf insgesamt 24.222 Hektar erweitert. Der Nationalpark ist die größte nicht zerschnittene Waldfläche Mitteleuropas. Staatsminister Dr. Hans Eisenmann hat mit seinem vielzitiertem Ausspruch: "Ein Urwald für unsere Kinder und Kindeskinder" dem Nationalpark die Leitidee "Natur Natur sein lassen" vorgegeben. Seine Entscheidung, nach dem Gewittersturm im August 1983, die Windwurfflächen in der damaligen "Reservatszone" des Nationalparks nicht aufzuarbeiten, sondern der natürlichen Waldentwicklung zu überlassen, stellte noch in seiner Amtszeit die Weichen für die Naturwaldentwicklung im Nationalpark. Bayerischer Wald - bei diesem Namen tauchen Bilder eines nahezu unendlichen Waldmeeres vor dem innerern Auge auf, wie es von Adalbert Stifter beschrieben und von Reinhold Koeppel gemalt wurde, weltverlorene geheimnisvolle Waldeinsamkeit. Dieser wilde Wald im Herzen Europas strahlt eine ganz besondere Faszination aus. Er zeigt uns auf beeindruckende Weise die Vielfalt und Vitalität des Waldes.

Wichtige touristische Einrichtungen sind das "Haus zur Wildnis", das "Hans-Eisenmann-Haus" sowie der Baumwipfelpfad am Lusenzentrum. Besonders beeindruckend gerade für die jüngeren Besucher sind die Tier-Freigelände in den Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein. In den weitläufigen Landschaftsgehegen und Volieren der beiden Nationalparkzentren können die Besucher rund 40 europäische Tierarten entdecken, darunter Braunbär, Luchs, Auerhuhn, Wolf und Elch sowie Urwildpferde und Urrinder. Mit rund 350 Kilometern markierten Wanderwegen und ca. 200 Kilometern markierten Radweg besteht ein gut ausgebautes Wegenetz. Der Nationalpark beschäftigt knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daneben existieren im Nationalpark Bayerischer Wald zwei große Umweltbildungszentren, das Wildniscamp im Falkensteingebiet und das Jugendwaldheim im Lusengebiet.

www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de

Nationalpark Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden hat sich als einziger Alpennationalpark Deutschlands mit einer Fläche von 21.000 Hektar viele Aufgaben gestellt. Im Vordergrund steht der Schutz der Natur. "Natur Natur sein lassen" ist auch hier das Motto. So bleiben beispielsweise umgestürzte Bäume liegen und werden so zu neuem Lebensraum für unzählige Tier-, Moos- und Pilzarten. Das bewusste Erleben der Natur mit allen Sinnen, das Beobachten natürlicher Vorgänge und das Aufzeigen der Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur prägen den naturfreundlichen Tourismus, den der Nationalpark entsprechend seiner Verordnung unterstützt. Ebenfalls zu den Aufgaben des Nationalparks zählt die Umweltbildung, insbesondere die naturnahe Aus- und Fortbildung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Das Verständnis für die Ansprüche unserer natürlichen Umwelt sowie der Wille, die Fähigkeiten und Fertigkeiten, persönlich daran mitzuarbeiten, sollen nachhaltig gestärkt werden.

Aber auch die Zusammenarbeit mit den anderen Schutzgebieten des Alpenraums ist eine wichtige Aufgabe, um einen staatenübergreifenden Lebensraum zu stärken und gemeinsam zukunftsorientierten Naturschutz zu verwirklichen.

Wichtigste Bildungs- und auch touristische Einrichtung des Nationalparks ist das Nationalparkzentrum, das Haus der Berge. Ein Netz von insgesamt 260 Kilometern Wanderwegen und alpinen Steigen erschließt das Gebiet für den Besucher: Von barrierefreien Wanderungen bis hin zu Klettersteigen. Knapp 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für den Nationalpark. Rund 100 Brut- und 40 Gastvogelarten wie insbesondere der Steinadler sowie u.a. rund 4.000 verschiedene Pflanzenarten sind im Gebiet des Nationalparks beheimatet.

www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de